Für Hausbesitzer und Bauherren

Objektschutz | Dränage

Was ist eine Dränage?

Wasser tritt im Boden als Grundwasser oder zeitweilig als Sicker- und Schichtenwasser auf. Beeinflusst wird der jeweilige Wasserstand im Boden unter anderem durch die Bodenart und -bestandteile oder Niederschlagsmengen. Bodenwasser, das mit Gebäudeteilen in Kontakt steht, kann diese schädigen und so etwa zu Schimmelpilzbefall führen. Eine Möglichkeit, gefährdete Bauwerksteile gegen diese Feuchtigkeit zu schützen, ist das Ableiten des Bodenwassers über Dränagen.

Wann ist eine Dränage nötig?

  • Wenn Sicker- oder Schichtenwasser nicht schnell genug in tiefere Bodenschichten gelangt oder ein permanent hoher Grundwasserstand bekannt ist.
  • Bei nicht und schlecht wasserdurchlässigen Böden wie Lehm und Ton oder bei unbekannten Grundwasserständen. Besonders in Hanglagen kann es so zur oberflächennahen Sammlung von Schichtenwasser und somit zu starken Schwankungen des Bodenwasserstands kommen.

Bei sehr hohen Grundwasserständen sollte die Kellerabdichtung schon beim Bau mit wasserdichtem Beton als sogenannte weiße Wanne erfolgen oder auf ein Kellerbauwerk ganz verzichtet werden. In beiden Fällen kann dann auf eine Dränage verzichtet werden.

Nicht notwendig ist eine Dränage außerdem, wenn sowohl permanent niedrige Grundwasserstände als auch gut wasserdurchlässige Böden wie Sand oder Kies unter der Sohle des Gebäudes vorliegen.

Woraus besteht eine Dränage?

  • Aus einer Kiesschicht zur Fassung des anstehenden Bodenwassers (siehe Grundriss). Aus einer Filterschicht aus Sand und Kies oder einem Filterflies, damit kein Bodenmaterial in die Dränagerohre eindringt. Eingeschwemmte Bodenteilchen können die Dränagerohre verstopfen (siehe Grundriss).
  • Aus Dränagerohren zur Aufnahme und Ableitung des Wassers (siehe Grundriss).
  • Aus Revisionsschächten zur Wartung und Inspektion, damit Spülungen und Kamerabefahrungen durchgeführt werden können. Diese Schächte sollten an allen Richtungsänderungen gesetzt werden (siehe Grundriss).
  • Aus einer Ableitung des Dränagewassers aus den Sammelrohren in den Niederschlagswasserkanal, die über ein geschlossenes Rohr erfolgen sollte (siehe Grundriss).
  • Aus einem Anschluss der Dränage an die Niederschlagswasserkanalisation, der über einen Schacht erfolgen sollte. Der Schacht benötigt einen Sandfang mit einer Tiefe von 50 cm. Der Sandfang sorgt dafür, dass keine aus dem Boden ausgeschwemmten Teilchen in die Niederschlagswasserkanalisation gelangen und sich dort ablagern.

Wichtig für die Dränage bei Betrieb und Sanierung der Entwässerungsanlage

Die Dränage ist Teil der Grundstücksentwässerung, bedarf der Genehmigung durch die Stadt Lünen und ist in der Entwässerungszeichnung anzuzeigen (siehe dazu die Abwassersatzung der Stadt Stadt Lünen in der jeweils gültigen Fassung).

  • Die Dränageleitung muss entweder an einen Vorfluter (etwa Fluss oder Bach) oder an die Niederschlagswasserkanalisation angeschlossen werden. Es ist nicht erlaubt, das Dränagewasser in die Schmutzwasserkanalisation einzuleiten. Dränagen am Schmutzwasser müssen abgeklemmt und an die Niederschlagsentwässerung des Grundstückes angeschlossen werden.
  • Ein Rückstau der Niederschlagsentwässerung kann dazu führen, dass Wasser durch die Dränageleitung in den Boden gedrückt wird. Bleibt dies unbemerkt und erfolgt über einen längeren Zeitraum, kann es zu Feuchtigkeitsschäden am Gebäude kommen. Ausschließen können Sie derartige Schäden durch ein Dränagesystem, das über eine Hebeanlage an die Niederschlagsentwässerung angeschlossen, mindestens aber gegen Rückstau gesichert wird.
  • Nicht dichte Grundleitungen wirken wie Dränageleitungen und entwässern den Boden. Werden schadhafte Grundleitungen aufgegeben und durch neue ersetzt, sollte geprüft werden, ob die aufgegebene Leitung Dränageaufgaben übernommen hat. Trifft dies zu, sollte die alte Grundleitung nach Außerbetriebnahme als Dränageleitung an die Niederschlagswasserkanalisation angeschlossen werden.

Lageplan einer Dränage

Dränage bei durchlässigen Böden

Dränage bei bindigen Böden

Dränage bei grundwasserführenden Böden

In welchen Fällen sind Dränagen nicht erlaubt? Nichtbindiger, durchlässiger Boden & Grundwasser in Höhe der Gründungssohle oder darüber bindiger Boden, z. B. Lehm, in Höhe der Gründungssohle & ein deutlich darüber liegender eingepegelter Stauwasserhorizont.