Für Hausbesitzer und Bauherren

Schutz vor Starkregen | Senken und Hanglagen

Bauliche Schutzmaßnahmen

In den letzten Jahren haben lang anhaltende Regenfälle oder lokale Unwetter wiederkehrend zu Überschwemmungen geführt. Die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, dass nicht nur Grundstücke/Gebäude in Flusstälern und anderen niedrig gelegenen Gebieten gefährdet sind, sondern dass Überschwemmungen überall vorkommen können.

Oberflächenwasser

Bei Überschwemmungen dringt das Wasser zumeist durch die Gebäudeöffnungen wie Türen und Fenster ins Innere ein. Möglich ist auch der Wassereintritt durch die Außenwände. Das Eindringen von Wasser in ein Gebäude führt im Allgemeinen zu nachhaltigen Schäden an Bauwerk und Inventar. Schäden können nur reduziert oder verhindert werden, wenn im Vorfeld geeignete Vorsorgemaßnahmen getroffen werden.

Feuchte Wände sind der Schrecken jedes Hausbesitzers und haben oftmals verschiedene Gründe. Hauptursachen sind jedoch im Allgemeinen Kondensationsfeuchte, Erdfeuchte, drückendes Wasser, Mauerwerksversalzung, Regenbeanspruchung oder generell Gebäudemängel. 

Bauen in kritischen Bereichen

Zu den kritischen Bereichen gehören:

  • Bodensenken oder Straßen mit geringem Gefälle oder Gefälle zum Haus (Abb. 1)
  • Hanglagen (Abb. 2)

Einige Gebiete in Lünen gehören zu den sogenannten Risikogebieten. Eine Karte der Risikogebiete finden Sie rechts am Seitenrand. Hier ist es besonders wichtig, dass Sie Ihre Immobilie nach den Maßstäben des Lünener Entwässerungspasses sichern und mittels einer Dichtheitsprüfung sicherstellen, dass Ihre Anlagen dicht sind.

Allgemeine planerische Maßnahmen

Vor Ankauf eines Baugrundes oder eines bestehenden Gebäudes sollte die Geländebeschaffenheit oder eine mögliche Hochwassergefährdung überprüft werden.

Neubau

Um Baufehler zu vermeiden, die meistens schon in der Planung, spätestens bei der Ausführung angelegt werden, sollte folgende Frage geklärt werden: Muss aufgrund der Grundstückslage in Bodensenken (Abb. 1) oder in Hanglage ( Abb. 2) mit Überschwemmung gerechnet werden?

Mögliche Schutzmaßnahmen:

  • Bauen außerhalb überschwemmungsgefährdeter Gebiete
  • Bauen in erhöhter Lage
  • Verzicht auf Kellergeschosse
  • Gründung des Gebäudes auf Stützen

Sind vorgenannte Möglichkeiten aus gegebenen Randbedingungen nicht anwendbar, sind weitergehende Vorkehrungen zu treffen.

Konstruktive Schutzmaßnahme

Es ist wichtig, durch Geländeprofilierungen größere schädliche Wassermengen vom Gebäude fernzuhalten. Überlegungen dazu können an Neubauten als auch an bestehenden Gebäuden angestellt werden, wobei  hier ein wenig Eigeninitiative seitens der Eigentümer nötig ist.

Zu den klassischen stationären Maßnahmen zählen Erdwälle oder kleine Dämme. (Abb. 3) und bauliche Erhöhungen von Öffnungen (zum Beispiel Kellerschächte und Fenster). Derartige Maßnahmen sind im Allgemeinen einfach und kostengünstig zu realisieren.

Abb. 1: Bodensenken oder Straßen mit geringem Gefälle oder Gefälle zum Haus

Abb. 2: Haus in Hanglage

Abb. 3: Zu den klassischen stationären Maßnahmen zählen Erdwälle oder kleine Dämme

Karte der Risikogeniete in Lünen (in dunklem Pink unterlegte Gebiete sind stark gefährdet)

Bauen in Bodensenken, in Hanglage, in Straßen mit Gefälle Bauliche Schutzmaßnahmen Ein Leitfaden für Hauseigentümer, Bauherren und Planer