Für Hausbesitzer und Bauherren

Schutz vor Starkregen | Bauliche Schutzmaßnahmen

Abbildung 1 gibt einen Überblick, auf welchen Wegen Wasser in Gebäude eindringen kann. In der anschließenden Tabelle sind die Schadensursachen beschrieben und die möglichen Schutzmaßnahmen aufgelistet. Es ist zu beachten, dass nicht jede einzelne Maßnahme ein Objekt schützen kann, sondern sinnvolle Kombinationen von Maßnahmen, die von der individuellen Lage und Gestalt des Objektes abhängig sind. So hat etwa bei Starkregen ein ausreichender Schutz vor Oberflächenwasser keine Wirkung, wenn nicht gleichzeitig ein Schutz gegen Rückstau aus dem Kanalnetz vorhanden ist.

Mögliche Schadensursachen und Schutzmaßnahmen

Maßnahme

Schadensursache

Nr. siehe Abbildung

 

Konstruktive Maßnahmen
(Bodensenken, Bodenschwellen, Aufkantungen)

Wassereintritt über Fenster / Türen / Kellereingänge / tief liegende Garagen

1

Schutz vor Oberflächenwasser

 

Wassereintritt über (Keller-) Lichtschächte

2

Mobile Schutzelemente
(Barrierensysteme, Fensterklappen)

Wassereintritt Kellereingänge Garagen

1

Maßnahmen bei Neu- und
Bestandsbauten
(Abdichtung, Dränung)

nichtstauendes Sickerwasser durch undichte Wände

3

Schutz vor Bodenfeuchtigkeit und nicht stauendem Sickerwasser

in der Wand aufsteigendes Kapillarwasser

4

Maßnahmen bei Neu- und Bestandsbauten (Weiße Wanne, Schwarze Wanne, nachträgliche Kellersanierung)

Wassereintritt durch Kellersohle / -wände, verursacht durch Grundwasser / aufstauendes Sickerwasser

5

Schutz vor Grundwasser und aufstauendem Sickerwasser

Wassereintritt über undichte
Rohrdurchführungen (Strom, Gas, Öl, Abwasser)

6

Rückstausicherung
(Hebeanlage, Rückstauverschluss)

Wassereintritt aufgrund von Rückstau im öffentlichen Kanalnetz

7

Schutz vor Rückstau aus dem öffentlichen Kanalnetz

 

Planungsgrundlagen

Sowohl für die Planung von Neubauten als auch für Bestandsbauten sollten folgende Randbedingungen überprüft werden, bevor eine genauere Planung von Maßnahmen zum Schutz vor Wasserschäden vorgenommen wird:

  1. Bereits durch die Betrachtung der topografischen Lage ist erkennbar, ob das Grundstück – beispielsweise bei Starkregen – vor Überflutungen durch Oberflächenwasser gefährdet ist. Besonders Häuser in topografischen Senken können davon betroffen sein. Liegt eine Gefährdung vor, sollten Maßnahmen zum Schutz vor Oberflächenwasser in Betracht gezogen werden.
  2. Es sollten Baugrunduntersuchungen durchgeführt werden, die Aufschluss geben über die Art – insbesondere die Durchlässigkeit – des Bodens und die Höhe des Grundwasserstandes ermitteln.
  3. Gemäß "Satzung über die Entwässerung der Grundstücke und den Anschluss an die öffentliche Abwasseranlage – Entwässerungssatzung – des Stadtbetriebes Abwasserbeseitigung Lünen AöR (SAL) vom 02.12.2004, Ausführung von Anschlussleitungen, § 12 (3)" muss jedes Haus in Lünen gegen Rückstau aus dem Kanalnetz gesichert sein. Daher ist bei einem Neubau eine geeignete Rückstausicherung vorzusehen sowie bei Bestandsbauten zu überprüfen, ob eine Rückstausicherung vorhanden und betriebsbereit ist. Die fachgerechte Planung und Ausführung der Maßnahmen ist von besonderer Bedeutung, da nachträgliche Sanierungsmaßnahmen, insbesondere im Bereich der Kellersohle, technisch sehr aufwendig sind und somit die Herstellungskosten des gesamten Kellers bei Weitem überschreiten können. Es ist daher anzuraten, bei allen Maßnahmen zum Schutz vor Wasserschäden stets eine firmenunabhängige Planung beziehungsweise einen Sachverständigen in Anspruch zu nehmen und diese von einem Fachbetrieb ausführen zu lassen.

Abb. 1: Hier kann überall Wasser ins Haus eindringen

Maßnahmen des Objektschutzes Bauliche Schutzmaßnahmen Ein Leitfaden für Hauseigentümer, Bauherren und Planer