Für Hausbesitzer und Bauherren

Wartung und Kontrolle | Wartung und Instandsetzung

Wenn Schäden an Ihren Entwässerungsanlagen festgestellt werden, sollten Sie diese umgehend sanieren lassen – denn es ergibt wenig Sinn, Prüfungen durchzuführen, um anschließend über lang angelegte Sanierungszeiträume nachzudenken. Das Ziel der Überprüfungen ist vielmehr, eine möglichst schnelle Schadensbeseitigung zu erreichen. Das gilt ganz besonders für den Bereich der gewerblichen/industriellen Abwasserableitung für Direkt- und Indirekteinleiter.

Bei Zugänglichkeit der Grundleitung, insbesondere innerhalb des Gebäudes, ist je nach Schadensart immer eine partielle Instandsetzung nach Ortung der Schadensstelle möglich (meist jedoch als Leitungsteilerneuerung). Wenn geeignete Sanierungsverfahren wegen fehlender Zugänglichkeit oder großer Anzahl von Abzweigen nicht zur Verfügung stehen, muss die Grundleitung aufgegeben und ersetzt werden.

Wenn die Gebäudekonstruktion es ermöglicht, sollte die Abwasserleitung oberhalb des Keilerfußbodens als Sammelleitung verlegt werden. Die nicht mehr benutzten Leitungen müssen fachgerecht beseitigt, verschlossen oder verfüllt werden. Das ist schon im Hinblick auf die wiederkehrenden Prüfungen, die bei einer Sammelleitung entfallen, auf Dauer die bessere und sicherste Lösung im Gebäude.

Schlauchrelining

Dieses Verfahren ist jetzt auch bei den kleinen Nennweiten möglich, erfordert aber einen gut zugänglichen Revisionsschacht auf dem Grundstück und möglichst wenig Seitenzuläufe. Der Einsatz unter der Kellersohle dürfte deshalb problematisch sein. Abwasserrohre, in die ein Inliner eingezogen wird, werden im Inneren des Gebäudes wegen des verzweigten Grundleitungsnetzes und der notwendigen Einziehbaugrube bzw. der umfangreichen Gerätetechnik seltener oder kaum zum Einsatz kommen. Grundleitungen innerhalb wie außerhalb des Gebäudes dürfen immer dann mit Inlinern saniert werden, wenn der Mindestquerschnitt nach DIN 1986-30, 4.6 nicht unterschritten wird.

Allen Sanierungsverfahren durch Inliner ist gemeinsam, dass Abzweige im Leitungsnetz überfahren und danach wieder geöffnet werden müssen. Soweit die Anschlussstellen aufgrund der kleinen Nennweiten nicht ferngesteuert von innen herausgefräst werden können, müssen die Anschlussstellen aufgenommen und konventionell mit dem sanierten Rohr verbunden werden.

Injektionsverfahren

Das Verfahren setzt Revisionsschächte und gerade Leitungen voraus. Die Positionierung der Packer wird mittels Kanalfernsehanlage überwacht.

 Innenmanschetten 

Diese sind zur partiellen Sanierung der Grundleitung und Sicherung der statischen Tragfähigkeit durch Einbringen und Aushärten von mit Kunstharz getränkten Gewebemanschetten mit genau auf die Schadensstelle abgestimmten Maßen einsetzbar. Die Positionierung erfolgt ferngesteuert unter Beobachtung einer Kanalfernsehanlage. Auch hier ist ein gut zugänglicher Revisionsschacht unumgänglich.

Wickelrohr-Relining

Mindestens ein Revisionsschacht muss mit einem Lkw angefahren werden können, um die Rolle mit einem Spezial-Stegprofil aus Kunststoff (RIB-LOG-Profil) zu positionieren. Innerhalb des Schachtes wird durch spiralförmige Wicklung das Profil zu einem kreisförmigen Rohr geformt und kontinuierlich drehend in die zu sanierende Abwasserleitung eingebracht. Der Zwischenraum zwischen dem alten Rohr und dem Wickelrohr wird anschließend mit Dämmer verfüllt. Das zu sanierende Rohr soll keine relevanten Lageabweichungen (Versatz) oder Verformungen haben, da sich diese auf die hydraulische Leistungsfähigkeit des Inliners auswirken.

 Berstlining 

Der Einsatz des Berstlining-Verfahrens ist ab DN 100 für Abwasserleitungen möglich. Es wird eine Kopf- und Zielbaugrube benötigt. Im Anschluss wird in der alten Grundleitungsstraße (durch Zerbersten der Leitung mittels Erdrakete) eine Kunststoffleitung als Strang oder Kurzrohr mit kraftschlüssiger Verbindung eingezogen. Möglich ist auch eine Sanierung aus bestehenden Kanalschächten mit einem sogenannten MINI-Cracker.