Für Hausbesitzer und Bauherren

Für Hausbesitzer und Bauherren | Wurzeleinwuchs

Meine Bäume, Deine Bäume – Wer zahlt bei Schäden durch Wurzeleinwuchs?

Bei optischen Dichtheitsprüfungen von Grundstücksentwässerungsanlagen finden sich immer wieder ungeliebte Besucher der unterirdischen Leitungen: Wurzeln, die sich zunächst um die Rohre legen und durch Risse oder undichte Verbindungsstücke in die Rohre hineinwachsen. Das Ergebnis: Abflusshindernisse bis hin zur totalen Verstopfung. Das Entfernen der Wurzeln durch Fräsen ist aufwendig und kostet viel Geld. Was aber, wenn die zerstörerischen Wurzeln aus Nachbars Garten kommen? Oder von einem Baum, der auf dem Gehsteig steht und nicht dem Wurzeleinwuchsgeschädigten gehört? Wer kommt dann für den entstandenen Schaden auf?

In Lünen sind diese Dinge klar geregelt

Wem der Baum gehört, der zahlt. Und da öffentliche Bäume der Kommune gehören, wenden sich Grundstückseigentümer, deren Entwässerungsanlagen durch öffentliche Baumwurzeln beschädigt wurden, am besten an uns – den SAL. Allerdings wird der Schaden nur in voller Höhe erstattet, wenn er örtlich begrenzt ist und mittels eines Reparaturverfahrens wieder instand gesetzt werden kann. Kann oder soll die Leitung hingegen nur in einem bestimmten Abschnitt erneuert werden (etwa zwischen zwei Abzweigungen), stellt dieser Abschnitt ein Anlagevermögen des Grundstückseigentümers dar. Dann wird zur Berechnung der Kostenteilung ein Kostenteilungsschlüssel herangezogen – und dieser legt für Rohranlagen eine Lebenserwartung von achtzig Jahren zugrunde. Würde also bei Bertha Beispielfrau eine Erneuerung an einem zusammenhängenden Abschnitt einer vierzig Jahre alten Grundstücksentwässerungsanlage in offener Bauweise nötig, kommen Eigentümerin und die Stadt Lünen zu je fünfzig Prozent für die Schäden auf.

Die gute Nachricht ist: Zum Schaden durch Wurzeleinwuchs muss es erst gar nicht kommen

Porenarme – verdichtete – Böden schützen neue und alte Abwasserleitungen gleichermaßen und hindern die Wurzeln daran, in die Rohre einzuwachsen. Bei porenreichem Sand-Kies-Gemisch im Umfeld der Leitungen etwa haben die Wurzeln also leichtes Spiel. Bei stark gepresstem Boden hingegen suchen sie sich lieber einen anderen Weg. Der Grund: Entgegen landläufiger Meinung wachsen Wurzeln nicht des Wassers wegen in die Leitungen ein. Vielmehr wählen sie beim Wachsen den Weg des geringsten Widerstandes. Anders gesagt: Wurzeln sind faul. Und je unwirtlicher Sie ihnen das Gelände rund um die unterirdischen Teile Ihrer Entwässerungsanlage gestalten, desto eher bleiben Sie von Wurzeln verschont.

Mehr rund um den Wurzeleinwuchs finden Sie in unserer Broschüre zum Thema – im Download-Center können Sie diese herunterladen oder sie direkt bei uns in Printform anfordern.