Für Schulen

Zeichenwettbewerb SALabim | Wettbewerb 2013

Bis zum 28. Februar 2013: Mitgemacht beim großen SALvatore-Zeichenwettbewerb!

Wettbewerb für Schulen, Kitas und alle Kinder: Lünener SALabim 2013 gesucht!

Mit einer kurzen Reise in das weihnachtliche Lünen des Jahres 1847 und einer spannenden Aufgabe für kleine Tüftlerinnen und Tüftler suchen wir auch in diesem Jahr wieder den Lünener Sim-SALabim – das größte Mal- und Erklärtalent unserer Stadt.
 

Teilnehmen können Kinder bis zehn Jahre – und natürlich gibt es auch etwas zu gewinnen!

Aufgepasst: Einsendeschluss für die Wettbewerbsbilder ist der 28. Februar 2013.

Liebe Lehrer und Erzieher, liebe Eltern und Großeltern!

Unter den Straßen von Lünen liegt ein Netz von Rohren und Kanälen. Hierhin – in die Kanalisation – fließt das Wasser aus den Badewannen, aus den Spülen und Toiletten – und auch das Regenwasser von den Straßen. Über viele unterirdische Kreuzungen fließt es in ein Klärwerk, wo es gereinigt wird. Und von dort aus kommt das Wasser zu uns zurück und fließt sauber aus unseren Wasserhähnen. So sauber, dass man es sogar trinken kann, ohne davon krank zu werden.
Das war nicht immer so – und es ist auch heute noch an vielen Orten der Welt nicht selbstverständlich.

Entdecken Sie gemeinsam mit Ihren Kindern die Welt von Anna, einem fünfjährigen Mädchen, das vor rund 160 Jahren in Lünen lebte. Und dann unternehmen Sie mit Ihren Kindern eine Gedankenreise.

Die Aufgabe:

Lies die Geschichte „Ein Morgen im Leben von Anna“. Und dann stell dir vor, wie es wäre, wenn jetzt – genau in diesem Augenblick – die Kanalisation in Lünen nicht mehr funktionieren würde. Wie sähe es dann aus in unserer Stadt? Was machen wir mit unserem Wasser aus der Toilette, mit unseren dreckigen Kleidern, dem schmutzigen Geschirr? Und wie waschen wir uns? Male ein Bild deines Hauses, deiner Kita oder Schule, deiner Straße oder eines anderen Ortes oder Gebäudes in Lünen (Schwimmbad, Eisdiele etc.) – und zeig uns, wie du dir deine Stadt vorstellst, wenn die Kanalisation nicht mehr funktioniert!

Zeigen Sie Ihren Kindern, wie wichtig die unsichtbaren Rohre und Kanäle für Lünens Sicherheit und unseren Lebenskomfort sind, leisten Sie so einen wichtigen Beitrag zur Umwelterziehung – und freuen Sie sich im Anschluss über die Gewinne. Keine Angst: Unsere Handreichung „Ein Tag im Leben von Anna“ hilft Ihnen dabei. Und natürlich dürfen Sie und dürft ihr uns vom SAL als Joker nutzen. Bei Unklarheiten: Anrufen, vorbeikommen, nachfragen!

Die Gewinne:
1. Preis: 100 Euro und eine SALabim-Schatztruhe mit süßen Leckereien
2. Preis: 50 Euro und eine SALabim-Schatztruhe mit süßen Leckereien
3. Preis: 25 Euro und eine SALabim-Schatztruhe mit süßen Leckereien
Jedes Kind auf Platz 1 bis 3 erhält für seine ganze Klasse oder Kita-Gruppe ein Buch „Fenja Firn – Die Abenteuer einer Wasserfee vom Gletscher bis tief unter die Erde“.

Die Bilder sendet bitte an: Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung Lünen AöR (SAL),
Rosi Evers, Borker Straße 56/ 58, 44534 Lünen

Da sicher alle Bilder richtig schön sein werden, wird ein Team des SAL entscheiden, wer einen der drei Preise gewinnt. Weil wir die Gewinner nach dem 28. Februar 2013 so schnell wie möglich benachrichtigen möchten: Vergesst bitte nicht, uns euren Namen und die Anschrift mitzuteilen.

Mitarbeiter des SAL und deren Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Wir freuen uns schon riesig auf eure „Meisterwerke“!

Lehrer- und Erzieher-Handreichung zum Zeichenwettbewerb SALabim 2013

Die Geschichte der kleinen Anna:

Lünen im Winter 1847: Ein Morgen im Leben von Anna (5 Jahre alt).
Als Anna am 24. Dezember 1847 die Augen aufschlägt, ist das Feuer in dem kleinen Ofen fast niedergebrannt. Draußen ist es bitterkalt, aber in der winzigen Zweizimmerwohnung in der Arndtstraße ist es nur ein bisschen kalt. Wegen der vielen Menschen. Hier lebt Anna mit ihren sechs Geschwistern, ihren Eltern, der Tante, der Cousine und dem Großvater. Die Kinder schlafen in der Küche, Eltern, Tante und Cousine in der Stube und der Großvater auf der Ofenbank. Dazwischen hängt die Wäsche von der Decke. Die haben Anna und ihre Schwestern gestern gewaschen. Damit sie heute in der Weihnachtsmesse ordentlich angezogen sind.

Bei den Eltern stehen noch zwei Pritschen, da schlafen Gustav und Agnes – junge Leute vom Land, die genauso wie Annas Vater und vier ihrer Brüder in der Eisenhütte Westfalia arbeiten. Dort verdienen sie genug für ein halbes Brot am Tag. Das ist mehr als Anna für ihre Arbeit in der Weberei bekommt, aber es reicht trotzdem kaum zum Leben. Und weil es nur wenig Platz gibt in der Stadt und das Geld knapp ist, haben Agnes und Gustav hier einen Schlafplatz gemietet. So steht bei Anna und ihrer Familie am Weihnachtsabend sogar Gulasch auf dem Tisch. Fleisch – lecker! Das sieht Anna viel zu selten.

Anna zündet eine Kerze an. Sie hat Glück: Wer als Erstes wach ist, muss nicht auf den Nachttopf warten. Und auch im Wasserkrug neben der Waschschüssel ist noch genug, um sich den Schlaf aus den Augen zu spülen. Anna macht sich ans Werk: Vorsichtig über die Schlafenden geklettert, etwas Wasser ins Gesicht, dann neben dem Ofen auf den Nachttopf gesetzt. Der Großvater klappt ein Auge auf und grunzt. Dann klappt er es wieder zu und schläft weiter. Schnell das Überkleid über das wollene Unterkleid gezogen, das Feuer im Ofen geschürt – und dann hinunter zur Straße, um den Nachttopf auszuleeren. Ganz leer war er doch nicht. In der Nacht muss ihn jemand benutzt haben.

Anna stapft durch den grauen Schneematsch zum Rinnstein. Da kippt sie den Inhalt des fast randvollen Nachttopfes aus. Dann holt sie das Spülwasser von gestern Abend und kippt es gleich dazu. Das ist gut, denn in dem Trog muss sie heute noch die restliche Wäsche waschen. Anna ist nicht die Erste, die wach ist in ihrer Straße, das sieht sie gleich. Der Schneeschlamm ist gelb und braun und fließt im Rinnstein auf dem Hinterhof nur langsam weiter. Der Dunghaufen dampft. Es ist einfach zu kalt. Aber das ist ein Glück, denkt Anna, denn so stinkt es weniger. Im Sommer ist es schlimm mit dem Gestank, aber auch daran gewöhnt man sich. Gut ist auch, dass sie heute nicht zum Brunnen gehen muss, um Wasser für die morgendliche Hafergrütze zu holen. Sie sammelt einfach Schnee, der etwas weniger matschig aussieht, in einem Eimer und trägt ihn nach oben zum Ofen, wo das Feuer mittlerweile wieder flackert. Die Tante sagt, das ist nicht gesund. Man könne krank werden, weil so viel Dreck in dem matschigen Straßenschnee ist. Aber Anna ist der Weg zum Brunnen zu weit. Ihre Hände sind jetzt schon blau gefroren. Es wird auch mit dem Schneewasser gehen.

Auch die anderen stehen nun langsam auf – und weil heute Weihnachten ist, gibt die Mutter sogar ein paar kostbare Rosinen in den Haferschleim.

„Du, Anna“, sagt ihr Bruder Carl, „hast du schon gehört? Am Roggenmarkt gibt es jetzt einen Kindergarten!“
„Und was arbeiten die Kinder da?“, will Anna wissen. „In einem Garten? Im Winter?“
„Das weiß ich auch nicht“, sagt Carl und zuckt mit den Schultern. Dann sucht er den Nachttopf. Aber auf dem sitzt schon der Großvater. Wie gut, denkt Anna, dass ich heute so früh aufgewacht bin. Und wie gut, dass ich ein ganz besonderes Geschenk für die Eltern zu Weihnachten habe. Das Geschenk hat sie in dickes, braunes Packpapier eingeschlagen, in das die Stoffrollen in der Weberei eingewickelt waren. Er ist zwar etwas verbeult und angerostet, weil sie ihn auf einem Abfallhaufen gefunden hat, aber Anna weiß, dass er alle freuen wird: ein zweiter Nachttopf!

Was passierte eigentlich in Lünen im Jahr …

1823 – Schiffbarmachung der Lippe; der erste Lastkahn läuft ein und wird noch von Pferden gezogen. Lünen wird zum Hafen der Region.
1826 – Gründung der Eisenhütte Westfalia (ehemals „Wehrenbold & Co.“) und Beginn der Industrialisierung an der Lippe.
1827 – Bau der ersten Stadtschule an der Stadtkirche Sankt Georg.
1847 – Der erste Kindergarten eröffnet in einem Anbau des Fachwerkhauses Am Roggenmarkt 9.
Um 1850 lebten rund 1.300 Menschen in Lünen, meist Handwerker, Händler und Bauern. Ab acht Jahren durften Kinder den ganzen Tag arbeiten, unter acht den halben Tag.
1866 – Cholera-Epidemie in Lünen, 23 Tote. Die Infektion erfolgt zumeist über verunreinigtes Trinkwasser oder verunreinigte Nahrung.
1895 – Lünen wird an das Trinkwassernetz der Stadt Unna angeschlossen – die hygienischen Zustände verbessern sich drastisch.

Daten und historische Fakten aus: Adolf Reiß: Geschichte der Stadt Lünen im 19. und 20. Jahrhundert (1993)

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