Rund um die Kanalisation

Rund um die Kanalisation | Geschichte der Kanalisation

Einer der größten europäischen Verdienste des 19. Jahrhunderts war das Erkennen und Bekämpfen der schädlichen und gefährlichen Eigenschaften des Abwassers – und damit einhergehend der Bau der Kanalisationen. In Lünen wurden um 1900 die ersten Kanäle gebaut. Von diesem Kanalisationsnetz sind noch etwa zwei Kilometer bis zum heutigen Tag in Betrieb und befinden sich bis heute in einem sehr guten Zustand.

Die Entwicklung des Kanalnetzes in Lünen

Bis der Erste Weltkrieg und die Rezession die bis dato zügige Entwicklung zunächst bremsten, wurde die Entwicklung des Kanalnetzes im Lünener Innenstadtbereich sukzessive fortgeführt. Erst ab 1925 und bis zum Ende der 30er-Jahre wurde der Ausbau des Entwässerungssystems wieder systematisch betrieben. Die meisten Kanäle des heutigen Kanalnetzes stammen aus den 50er- und 60er-Jahren und wuchsen gemeinsam mit der rasanten Entwicklung der Stadt selbst. In den 70er- und 80er-Jahren bestimmten die Einflüsse des Bergbaus den Großteil der Neubaumaßnahmen. Heute verfügt Lünen über ein Kanalnetz von 325 km Länge.

Zu Beginn der 50er-Jahre erfolgten erste moderne Planungen am Kanalnetz in Lünen:

  • 1951 Lünen-Süd Ortserweiterung im Bereich der Derner Straße
  • 1953 Bereich der Horstmarer Straße und Am Triftenteich
  • 1954 Lünen-Nord
  • 1956 Eisenhütte Westfalia

Im Jahr 1957 stellte sich das damalige Tiefbauamt der Stadt Lünen den zunehmenden Anforderungen der Abwasserbeseitigung und des Umweltschutzes und erarbeitete ein umfassendes Abwasserkonzept. Der Auftrag der Stadt Lünen sah ein Ausmessen der Kanalisation und eine genaue Aufstellung sämtlicher vorhandener Abwasseranlagen vor. Das Ergebnis wurde in einem Zentralabwasserplan ausgewertet.

Weitere Planungsschritte waren:

  • 1958 Lünen-Süd, Beckinghausen, Gahmen, Brambauer
  • 1959 Niederaden
  • 1960 Innenstadt

In den Folgejahren wurde die Entwässerungsplanung immer wieder aktualisiert. Die Aktualisierung richtete sich nach den Auswirkungen der Bergbauaktivitäten, die die Funktion der Entwässerungsanlagen immer wieder beeinträchtigten.

Die Gegenwart

Hier lesen Sie, wie wir vom SAL heute arbeiten. Und dass bei der Planung des Kanalnetzes bis heute Weitblick gefragt ist und Geschichte geschrieben wird, zeigt Ihnen der Blick in unser Ressort Planen und Bauen.

Diese Skulptur in Stockholm zeigt den Aufstieg aus den Tiefen der Kanalisation. (Bild: Silivia Koerner, pixelio)

Schloss Cappenberg: Auch alte Gemäuer in Lünen waren schon auf einen Anschluss an die Kanalisation angewiesen. (Bild: Richard, pixelio)