Rund um die Kanalisation

Rund um die Kanalisation | Gewässer im Stadtgebiet Lünen

Durch unsere Stadt fließen insgesamt 38 Bäche und Seitenarme, 65 Gräben und ein Fluss – die Lippe. Nur wenige von ihnen sind – wie das Mühlbachtal in Brambauer mit den Bächen Mühlenbach, Hanebecke, Kirchbruchgraben, nördlicher und südlicher Rettelsbach und Kelmbach – weitgehend naturnah erhalten. Im Siedlungsbereich etwa wurden bis vor einigen Jahrzehnten noch alle Bäche ganz oder zumindest teilweise begradigt, verrohrt oder aufgehoben – das bedeutet: in die Kanalisation eingeleitet. Heute ist man klüger geworden und versucht, diesen Vorgang umzukehren, die Bäche zu renaturieren. Oft ist dies leider nur noch in Teilabschnitten möglich. Einer der Gründe hierfür war der Bergbau – und seine Nachwirkungen führen bis heute dazu, dass Wasser an Stellen, wo Bergsenkung das Gefälle der Bäche umgekehrt hat, bergauf gepumpt werden muss.

Lünen hat viele Gewässer

Ein positives Beispiel für eine Renaturierung in Lünen ist die Rühenbecke; ein negatives der Nebenarm des Brunnengrabens. Dieser ist noch immer mit Sohlschalen verbaut und dient als Entwässerungsgraben für ein Werksgelände.

Einige Lünener Bäche durchfließen Naturschutzgebiete, so etwa der Kämpenbach, der Gahmener Landwehrgraben, Laakebach, Rotherbach und Rothenbach, sowie der Quellbereich des Krempelbaches und Fuchsbaches und der Mündungsbereich des Rehbaches.

Sogenannte Wasserschutzgebiete gibt es in Lünen nicht. Der Grund liegt auf der Hand: Wasserschutzgebiete werden für die öffentliche Trinkwasserversorgung eingerichtet. Zum Schutz von Gewässern (Grundwasser, oberirdischen Gewässern oder Küstengewässern) gelten hier besondere Ge- und Verbote. Lünen aber verfügt über kein Trinkwassereinzugsgebiet. Unsere Bäche dienen neben der Bereicherung des Landschaftsbildes und der Erholung auch als Heimstatt für Tier- und Pflanzenwelt, der Regulierung des Wasserhaushaltes, der Entwässerung und der Wasserentnahme, etwa für Fischteiche.

Sie sehen: Lünen hat viele Gewässer, und neben den großen gibt es viele kleinere, die von unseren Lünener Bachpaten mit gepflegt und umsorgt werden können. Einige dieser Gewässer können Sie hier näher kennenlernen. Für die folgenden Gewässer oder entsprechende Teilabschnitte können auch Sie mit Verantwortung übernehmen – sei es als Gruppe aus Schule oder Hort oder aus interessierten Anwohnern oder (Natur-)Freunden. Eine Bachpatenschaft ist nicht nur ein sinnvolles, sondern auch ein sehr bereicherndes Ehrenamt. Hier stellen wir Ihnen unser Bachpatenkonzept vor und hier haben wir auch unsere Bachpaten-Broschüre mit allen wichtigen Informationen für Sie zum Herunterladen bereitgestellt.

Lünener Bäche stellen sich vor

Alter Mohnbach – Aufgrund von Bergsenkungen muss das Wasser des Alten Mohnbachs bergauf gepumpt werden. An der Straße "Im Erlensundern" fließt er in das Pumpwerk ein, nachdem er die Autobahn gequert hat. Nördlich der Straße "In der Bauget" mündet er in den Mohnbach.

Autobahngraben – Der Graben besteht aus zwei Teilabschnitten. Ein Teilabschnitt verläuft südlich der Hausgärten "In der Heide", der zweite Abschnitt endet mit einem Bodenablauf südlich der Autobahn.

Brunnengraben – Der Brunnengraben ist im unteren Bereich kanalisiert und wird durch Sohlschalen geführt. Am Ende wird sein Wasser durch eine Pumpstation in die Lippe gepumpt. Das Einzugsgebiet wird im Norden durch die Lippe, im Westen durch die Schlossallee, im Osten durch das Kohlekraftwerk und im Süden durch den Bahndamm der DB begrenzt. Der gesamte Brunnengraben ist von der Pumpstation bis zur Quelle 695 Meter lang. Nach 212 Metern mündet ein Entwässerungsgraben des Kohle-Kraftwerkes ein.

Dusbach – Der Dusbach gehört zum Gewässersystem der Emscher und fließt zum größten Teil auf Dortmunder Stadtgebiet. Nur knapp 400 Meter – vom Quellgebiet bis zum Durchfluss unter der Autobahn A 2 – gehören zum Lünener Einzugsgebiet. Ein zweiter Bachabschnitt fließt durch den Volkspark Brambauer Richtung Süden und mündet in den Iländer Bach.

Gahmener Landwehrgraben – Das Einzugsgebiet des Gahmener Landwehrgrabens wird im Süden durch den Datteln-Hamm-Kanal, im Osten durch die B 54, im Norden durch den Bahndamm der DB und im Westen durch das Einzugsgebiet der Rühenbecke begrenzt. Der Graben verläuft durch den Welschenkamp. Durch Bergsenkungen hat sich das Gefälle dieses Bachsystems in manchen Bereichen umgekehrt. Die Folge: Ehemalige Zuflüsse laufen jetzt im Osten zusammen und enden in einem Teich. Dieses Wasser wird dem Bach nicht mehr zugeführt.

Hanebecke – Die Hanebecke besteht aus zwei Bachabschnitten und hat eine Gesamtlänge von 1550 Metern. Der Hauptabschnitt des Bachlaufes ist 1061 Meter lang, der Nebenlauf 489 Meter. Der Zufluss der Hanebecke II liegt bei Station 0 + 740. Der Bach gehört zum Gewässersystem des Mühlenbachtales, deren Hauptvorflut die Lippe bildet. Das Einzugsgebiet der Hanebecke wird im Norden und Westen durch den Mühlenbach begrenzt, im Süden und Osten durch die B 54. Für den Oberlauf bildet die B 236 die Grenze.

Hönninghauser Bach – Der Hönninghauser Bach zählt zum Gewässersystem der Rühenbecke. Seine Gesamtlänge beträgt 1970 Meter. Unter dem Dattel-Hamm-Kanal wird er gedükert und fließt dann der Rühenbecke zu. Das Einzugsgebiet wird nördlich durch den Dattel-Hamm-Kanal, südlich durch die Hönninghauser Straße, westlich durch die B 54 und östlich durch das Einzugsgebiet des Landwehrgrabens begrenzt.

Iländer Bach – Der Iländer Bach entspringt auf Dortmunder Stadtgebiet und verläuft nördlich der Autobahn im Stadtteil Lünen-Brambauer. Bei der Renaturierung des Baches wurde eine Pumpstation aufgehoben. Vereinzelte Bachabschnitte weisen einen Stillgewässercharakter auf.

Kämpenbach – Der Kämpenbach gehört zum Einzugsgebiet der Lippe und ist 281 Meter lang. Das Einzugsgebiet wird nördlich durch die Lippe begrenzt, südlich durch die Hammer Straße, westlich schließt sich eine Wohnbebauung und östlich das Einzugsgebiet des Rothenbaches an. Von der Mündung verlaufen die ersten 100 Meter in nördlicher Richtung, dann wechselt der Bach etwa 100 Meter in nordöstliche Richtung und schwenkt danach gen Osten. Sein Quellbereich liegt in einem Teich.

Kirchbruchgraben – Der Kirchbruchgraben gehört zum Gewässersystem des Mühlenbaches, der in die Lippe mündet. Seine Hauptfließrichtung erstreckt sich von Südwesten nach Norden. Die Gesamtlänge beträgt 1368 Meter, nach etwa 600 Metern teilt er sich in den nördlichen und südlichen Kirchbruchgraben. Das Einzugsgebiet wird im Süden durch das Stadtgebiet Dortmund-Brechten, im Norden durch das Einzugsgebiet des Mühlbaches, südwestlich durch das Einzugsgebiet des Rettelsbaches und östlich durch das der Hanebecke begrenzt.

Kreisgrenzgraben – Der Kreisgrenzgraben gehört zum Gewässersystem der Seseke und ist die östliche Grenze der Stadt Lünen zwischen der Autobahn A 2 im Süden und der Seseke im Norden. Der Bach entspringt auf dem Stadtgebiet von Bergkamen und verläuft 558 Meter entlang der Grenze. Die Hauptfließrichtung ist von Süden nach Norden. Nach Querung der Autobahn fließt der Kreisgrenzgraben auf Lünener Stadtgebiet.

Krempelbach – Der Krempelbach entspringt in mehreren Seitenarmen im Cappenberger Wald und ist dort weitgehend naturbelassen. Im Bereich des Gymnasiums wurde der Bach begradigt und teilweise mit Sohlschalen befestigt, zwischen Borker Straße und Alstedder Straße wurde er renaturiert.

Laakebach – Der Laakebach fließt durch den Volkspark Schwansbell und durch ein Naturschutzgebiet südlich der Kamener Straße. Am Parkplatz gegenüber dem Stadion Schwansbell fließt er in eine Verrohrung, die zum Pumpwerk führt. In einem für 2011 geplanten Ausbauverfahren soll die Verrohrung aufgehoben und der Laakebach in die Seseke eingeleitet werden.

Landwehrgraben – Der Landwehrgraben ist 713 Meter lang und verläuft fast parallel zur Autobahn A 2 im Bereich der Abfahrt Dortmund-Lanstrop beziehungsweise Kurler Straße. Er entspringt am Rande einer Pferdewiese, ist unter der Kurler Straße auf einer Länge von 50 Metern verrohrt und endet in einem Teich. Überschüssiges Wasser wird über ein Mönchbauwerk zum Lüser Bach geleitet.

Lohgraben – Der Lohgraben befindet sich im Ortsteil Lippholthausen und ist 335 Meter lang. Der Graben fließt in das Kanalsystem der Stadt Lünen und kann im weiteren Sinne dem Gewässersystem der Lippe zugeordnet werden. Sein Einzugsgebiet wird nördlich durch eine Betriebsbahn begrenzt, östlich durch die Brunnenstraße. Im Westen und Süden wirken sich das Einzugsgebiet des Lüner Mühlebaches und des Datteln-Hamm-Kanals begrenzend aus.

Mahlbach – Der Mahlbach gehört zum Gewässersystem der Seseke, entspringt auf Dortmunder Stadtgebiet und ist auf Lünener Stadtgebiet 1150 Meter lang. Rechnet man die Nebenbäche und die Reststücke des Alten Mahlbaches hinzu, kommt man auf eine Gesamtlänge von 2330 Metern. Das Einzugsgebiet wird im Süden durch die Stadtgrenze, also die Autobahn A 2, begrenzt, im Osten durch die Jägerstraße, im Norden durch die Straße „Auf der Leibzucht“ und im Westen durch den Stadtteil Gahmen beziehungsweise das Einzugsgebiet der Seseke.

Mohnbach – Der Bach entspringt auf Dortmunder Stadtgebiet und verläuft entlang der Straßen "Im Erlensundern" und Dammstraße. Nach Querung der Autobahn verläuft er nördlich der Siedlung "In der Bauget" Richtung Niederadener Straße und mündet nördlich dieser Straße in die Seseke. Nach der Durchführung des ersten Bauabschnittes zur Renaturierung des Gewässers konnte auf das Pumpwerk an der Dammstraße verzichtet werden. Das Absturzbauwerk an der Sesekemündung wurde durch Sohlgleiten ersetzt.

Mühlenbach – Der Mühlenbach hat eine Länge von 2800 Metern. Er verläuft nördlich der Lippe und mündete früher auch hier. Nach der Eindeichung der Lippe wird der Bach heute gepumpt. Der untere Verlauf wurde umgelegt.

Nördlicher Stellenbach – Der Stellenbach entspringt in einem Waldteich im Nordpark Brambauer. Er fließt entlang der Stadtgrenze zu Waltrop in Richtung des Datteln-Hamm-Kanals, wo er zusammen mit dem südlichen Stellenbach entlang des Kanals bis zum Düker geführt wird.

Rothenbach – Der Ende der 1980er-Jahre teilweise renaturierte Bach hat sich naturnah weiterentwickelt. Zwischen der Mündung des Mittelbaches und der L 736 fließt er durch ein tief eingeschnittenes Tal mit begleitendem jungen Ufergehölzbestand. Er quert die L 736 und mündet im FFH-Gebiet, einem besonders geschützten Gebiet für Flora und Fauna, in die Lippe.

Rotherbach – Der Rotherbach ist auf Lünener Stadtgebiet 997 Meter lang, entspringt im Stadtgebiet von Bergkamen und mündet in einen Altarm der Lippe. Seine Hauptfließrichtung ist von Osten nach Westen – eingezwängt zwischen der Hammer Straße, dem Datteln-Hamm-Kanal und der Lippe. Wegen der Unterbrechung durch diese Verkehrswege ist das Einzugsgebiet schwer zu bestimmen. Im Norden ist es die Lippe, im Osten die Straße "An der Fähre" beziehungsweise der Fußweg über den Kanal und später die Grenze von Bergkamen. Die südwestliche Begrenzung ist die Kamener Straße (B 61).

Schwansbeller Bach – Der Schwansbeller Bach endet in der Gräfte um das Schloss Schwansbell und wird von dort zum Pumpwerk Schwansbell weitergeleitet. Der Einzugsbereich ist im Süden und Osten durch den Dattel-Hamm-Kanal, im Norden durch die kanalisierte Seseke und im Westen durch einen Bahndamm der DB begrenzt. Die Bachläufe befinden sich auf der gesamten Länge im Bereich des Schwansbeller Parks.

Wibbelsbach – Der Wibbelsbach gehört zum Gewässersystem der Emscher. Die Hauptfließrichtung verläuft von Norden nach Süden, im Süden quert er die Autobahn A 2 und fließt auf Dortmunder Stadtgebiet weiter. Das Einzugsgebiet wird deshalb in Süden von der Autobahn A 2 begrenzt, im Norden durch die Brechtener Straße sowie im Westen durch die Herrenthey und im Osten durch die Bebauung des Dortmunder Stadtteiles Brechten.

Alter Mohnbach

Autobahngraben

Brunnengraben

Dusbach

Fuchsbach

Gahmener Landwehrgraben

Hanebecke

Hönninghauser Bach

Iländer Bach

Kämpenbach

Kirchbruchgraben

Kreisgrenzgraben

Krempelbach

Laakebach

Landwehrgraben

Lohgraben

Mahlbach

Mohnbach

Nördlicher Stellenbach

Rothenbach

Rotherbach

Schwansbeller Bach