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Gewässerausbau und -entwicklung in Lünen
Gewässer sind wertvoll für Mensch und Natur
Viele Gewässer wurden in der Vergangenheit durch den Menschen stark verändert – begradigt, verbaut oder sogar verrohrt. Heute wird ein möglichst naturnaher Zustand wieder angestrebt.
Oft genügen schon kleine, gezielte Maßnahmen, um ihre ökologische Qualität spürbar zu verbessern – ohne ihren Verlauf grundsätzlich zu verändern.
Dabei unterscheiden wir die Gewässerentwicklung und den Gewässerausbau.
Gewässerentwicklung meint gezielte, meist kleinere Eingriffe, mit denen wir Flüsse und Bäche ökologisch stärken und in ihren natürlichen Zustand zurückführen. Der Gewässerausbau hingegen umfasst größere bauliche Aufgaben – von der Umgestaltung von Uferbereichen bis hin zur Schaffung von Rückhalteräumen. Er dient insbesondere dem Hochwasserschutz.

Typische Arbeiten der Gewässerentwicklung:
- Entfernung von nicht mehr benötigten Rohrdurchlässen
- Abbau unnötiger Böschungsbefestigungen
- Aufbau neuer, schonender Böschungsbefestigungen
- Anlegen naturnaher Uferbereiche

Der Gewässerausbau dient vorrangig dem Hochwasserschutz.
Der Gewässerausbau und die Renaturierung von Gewässern fördern die ökologische Vielfalt, verbessern den Hochwasserschutz und steigern die Lebensqualität für Mensch und Natur.
So gehen wir vor:
- Gefahren und Notwendigkeiten erkennen: Zuerst wird in einem Hochwasserschutzkonzept geprüft, wo und wie stark Anwohnende und Infrastruktur bei einem Hochwasser gefährdet sind.
- Maßnahmen planen: Darauf aufbauend werden konkrete Schritte festgelegt – zum Beispiel mehr Auen schaffen, Rückhalteflächen anlegen oder einen Flusslauf naturnah gestalten.
- Schutz und Förderung der Natur: Renaturierte Ufer und neu entstandene Überflutungsflächen nehmen bei Hochwasser Wasser auf und entlasten Siedlungen.
- Eigenverantwortung bleibt: Vollkommener Schutz ist nie möglich. Jede und jeder sollte wissen, wie man sich im Ernstfall verhält und passende Vorsorge treffen. Wir vom SAL beraten dazu gerne. Bitte sprechen Sie uns an!
Beispiele aus der Region
Ein bekanntes Beispiel in unserer Region ist die Emscher-Renaturierung oder hier in Lünen die Renaturierung des Krempelbaches in Lünen.
Aktuelle Maßnahmen an unseren Gewässern
Gewässerausbau Mahlbach
Im Jahr 2024 hat der SAL durch ein Planungsbüro die Hochwassergefahrenkarte für den Mahlbach erstellen lassen. Das Ergebnis: Der Mahlbach ist für größere Hochwasserereignisse nicht leistungsfähig genug. Dieses führt, wie im Jahr 2021 auch eingetreten, zu Überschwemmungen im nahegelegen Siedlungsbereich. Aus diesem Grund muss der Mahlbach ausgebaut werden. Was bedeutet das? Es werden beispielsweise die vorhandenen Durchlässe vergrößert und die Sohle des Gewässers vertieft sowie im Bereich der Kaubrügge Schutzelemente zum Schutz des Siedlungsbereiches eingebracht.
Stand des Projektes: Beginn der Entwurfsplanung ab 03/2026
Voraussichtlicher Baubeginn: Ende 2027

Hochwassergefahrenkarten Krempelbach
Der Krempelbach ist in Lünen ein bekanntes Gewässer. In seiner unmittelbaren Umgebung befinden sich Schulen, Kitas und Wohnbebauung. Seit Anfang 2025 liegen uns die Hochwassergefahrenkarten für das Gewässer vor. Aus diesen Karten geht zunächst keine Gefährdung für die genannten Einrichtungen hervor. Da sich in unmittelbarer Umgebung des Krempelbaches allerdings einiges verändert, erstellen wir aktuell eine weitere Hochwassergefahrenkarte, die den zukünftigen Planzustand darstellt.
Die entsprechende Karte wird spätestens Mitte 2026 zur Verfügung stehen. Gegebenenfalls leiten sich daraus weitere Ausbaumaßnahmen am Krempelbach ab. Bereits 2019 wurden der 90-Grad-Knick am Krempelbach entschärft und einige Durchlässe ausgebaut.

Hochwassergefahrenkarte Dorfgraben
Der Dorfgraben ist ein weiteres Gewässer in Lünen, welches durch die entstehende Siedlungsstruktur immer mehr in seiner Struktur verändert wurde. Der Dorfgraben mündet im Stadtteil Wethmer in den Kilansbach. Der mündet am Ende in die Lippe. Die Hochwassergefahrenkarten für dieses Gewässer wurden ebenfalls im Jahr 2025 fertiggestellt und liegen uns sowohl für den Ist-Zustand als auch für einen zukünftigen Planzustand vor. In beiden Karten gibt es keine Gefährdungszustände, die einen Gewässerausbau – also eine Veränderung des Gewässers – veranlassen würden.

Weiterführende Informationen zu Hochwasserrisiken in Lünen und Vorsorge finden Sie hier.
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