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Regenwasser versickern auf dem eigenen Grundstück
Versickern statt ableiten – wir zeigen, wie!
Regenwasser ist ein wertvoller natürlicher Rohstoff. Und es gibt viele Möglichkeiten, ihn nachhaltig zu nutzen: zum Beispiel zur Gartenbewässerung, für die Toilettenspülung oder durch Versickerung auf dem Grundstück für das Grundwasser.
So können Sie nicht nur Wasser sparen. Sie tragen auch dazu bei, das öffentliche Kanalsystem und die Kläranlagen zu entlasten. Sie unterstützen die Grundwasserneubildung und das lokale Kleinklima. Und Sie leisten Ihren Beitrag, um Überflutungen zu vermeiden.
Hier informieren wir Sie darüber, wie Sie Regenwasser versickern lassen können. Weitere Möglichkeiten zum Umgang mit Regenwasser finden Sie auf dieser Seite.
Achtung: Das müssen Sie vorab wissen!
Sie möchten Regenwasser auf Ihrem Grundstück versickern lassen, statt es in die Kanalisation zu leiten? Wir unterstützen Sie gerne auf diesem Weg.
Bevor Sie mit der Planung beginnen, beachten Sie bitte: Grundsätzlich sind Grundstückseigentümer verpflichtet, Regenwasser in die öffentliche Kanalisation einzuleiten. Damit Sie eine Versickerungsanlage nutzen dürfen, brauchen Sie eine Befreiung von dieser Pflicht.
Dazu stellen Sie beim SAL bitte einen Antrag auf Versickerung von Niederschlagswasser über den klassischen Entwässerungsantrag. Stehen keine wasserrechtlichen, wasserwirtschaftlichen oder baurechtlichen Vorgaben entgegen, kann die Befreiung in der Regel erteilt werden. Die Bemessung der Versickerungsanlagen erfolgt nach dem Regelwerk der DWA-A 138.
Das sollten Sie vorher klären:
- Ist der vorhandene Boden genügend durchlässig und der Abstand zum Grundwasser ausreichend?
Das ist die Grundvoraussetzung für die Funktionsfähigkeit einer Versickerungsanlage. Um das zu erfahren, ist bei größeren Anlagen ein Bodengutachten erforderlich – bei kleineren reicht oft schon ein einfacher Versickerungstest. Dieser Test überprüft, wie versickerungsfähig Ihr Boden ist. Mehr zum Thema erfahren Sie in unserem Flyer. - Gibt es Altlasten oder andere wasserrechtliche Einschränkungen?
Auch bei den technischen Anforderungen an die ordnungsgemäße Versickerungsanlage selbst gibt es einiges zu beachten. Doch keine Sorge – wir stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
Interessieren Sie sich für Fördermittel?
Hier erhalten Sie weitere Informationen über das Förderprogramm ELKA der Emschergenossenschaft: Voraussetzungen, Anträge und vieles mehr. Klicken Sie hier!



Möglichkeiten zur Versickerung von Regenwasser
Vorteile
- Sie sparen bei den Gebühren für das Niederschlagswasser.
- Als Gestaltungselement kann sie Gebäude und Grundstücke ästhetisch aufwerten.
- Oberirdische Regenwasserversickerungsanlagen haben im Sommer einen kühlenden Effekt.
- Die Verdunstung verbessert das Kleinklima.
- Ein Teil des Wassers kommt dem Pflanzenwuchs zugute.
- Die Versickerungsanlage kann die Entwässerungskanäle entlasten.
1. Flächenversickerung
Bei der Flächenversickerung wird das Regenwasser breitflächig von befestigten Flächen auf benachbarte geeignete Bodenflächen geleitet, wo es gleichmäßig versickern kann. Diese Flächen können beispielsweise Wiesenflächen oder Beete sein. Dabei fließt das Wasser über eine bepflanzte Bodenschicht, die es auf natürliche Weise reinigt und filtert. Damit diese Art der Versickerung funktioniert, muss der Boden sehr gut wasserdurchlässig sein.
Die Flächenversickerung ist nur möglich, wenn ausreichend große Freiflächen im Verhältnis zur angeschlossenen versiegelten Fläche zur Verfügung stehen.

2. Muldenversickerung
Bei einer Muldenversickerungsanlage wird das Regenwasser (ähnlich wie bei der Flächenversickerung) durch eine bepflanzte Bodenschicht geleitet und dabei auf natürliche Weise gefiltert und versickert.
Das Besondere: Das Regenwasser sammelt sich zunächst in einer flachen Vertiefung im Boden, der sogenannten Mulde. Diese dient als Zwischenspeicher, bevor das Wasser langsam im Boden versickert. Das Wasser gelangt über Rohre, Rinnen oder direkt von angrenzenden befestigten Flächen in die Mulde.
Ein großer Vorteil dieser Methode: Sie benötigt deutlich weniger Platz als eine klassische Flächenversickerung – ist also auch bei begrenztem Raum gut einsetzbar.

3. Rigolenversickerung
Bei der Rigolenversickerung versickert das Regenwasser nicht über eine vegetative Bodenschicht. Stattdessen wird das Wasser in einen zuvor berechneten, unterirdisch angelegten Speicher geleitet. Eine Reinigung durch eine Oberbodenpassage findet dabei nicht statt. Der Rigolenkörper besteht meist aus Kies (Körnung 16/32 mm). Alternativ können auch Materialien wie Lavagranulat verwendet werden. Zudem sind Kunststofffüllkörper möglich, die mit einem nutzbaren Porenvolumen von über 90 % gegenüber Kies (25–35 % je nach Körnung) deutlich platzsparender sind. Im Zulauf sollte ein Absetzschacht oder ein Filterelement zur Rückhaltung von Grobstoffen vorgesehen werden. Zum Schutz vor Verschlämmung ist der Rigolenkörper mit einem Geotextil oder Filtervlies zu umhüllen.

4. Schachtversickerung
In einem Sickerschacht (meist aus Beton) wird das Regenwasser unterirdisch eingeleitet, kurzzeitig gespeichert und versickert. Die Versickerung erfolgt über eine wasserdurchlässige Schicht am Boden und den umgebenden seitlichen Kiesbereich des Schachtes. Ein Vorteil besteht darin, dass kein Platzbedarf an der Oberfläche entsteht. Ein Nachteil bei dieser Art der Versickerung ist, dass keine Reinigung des Regenwassers durch eine Oberbodenpassage erfolgt. Außerdem wird eine große Einbautiefe benötigt. Bedingt durch die unterirdische Anordnung findet auch keine nennenswerte Verdunstung statt. In Lünen ist diese Methode in der Regel aufgrund des geringen Grundwasserstandes nicht möglich.

Das gilt es zu beachten
- Durch falsch berechnete oder nicht fachgerecht hergestellte Versickerungsanlagen kann es zu Vernässung an angrenzenden Bauwerken kommen.
- Eine Versickerungsanlage sollte immer mit einem ausreichenden Abstand zu Gebäuden und Grundstücksgrenzen angelegt werden.
- Vermeiden Sie Funktionsstörungen der Versickerungsanlagen infolge fehlender Wartung und Reinigung (z. B. Verschlammung, Porenvolumen setzt sich zu, Verdichtung des Oberbodens).
- Achten Sie darauf, dass Ihre Abwasserleitungen, welche nun ggf. nur noch das Schmutzwasser in den öffentlichen Kanal leiten, die Grobstoffe im Abwasser weiterhin transportiert bekommen, um Geruchsbildungen und/oder erhöhten Reinigungsaufwand zu vermeiden. Ggf. kann es sinnvoll sein, einen Teil der Niederschlagswasserflächen am Abwasserkanal angeschlossen zu lassen.
- Sie sind unsicher oder haben Fragen? Dann melden Sie sich bei uns. Wir beraten Sie ausführlich.
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