Flächen entsiegeln – gut für die Umwelt und Ihren Geldbeutel

Damit Regenwasser wieder versickern kann

Täglich werden in Deutschland rund 660.000 Quadratmeter Boden mit Straßen, Gebäuden oder Parkplätzen versiegelt – laut einer Schätzung des Umweltbundesamtes sind das etwa 27.500 Quadratmeter pro Stunde oder 460 Quadratmeter pro Minute. Gleichzeitig nehmen extreme Wetterereignisse wie Starkregen oder Trockenperioden immer weiter zu.

Und das führt zu Problemen: Denn wenn der Boden versiegelt ist, kann Regenwasser nicht mehr natürlich versickern oder sich verteilen. Stattdessen fließt es unkontrolliert ab – mit der Folge, dass es zu Überschwemmungen kommen kann. Gleichzeitig fehlt dem Grundwasser der Nachschub und der Boden trocknet immer weiter aus.

Das belastet nicht nur unsere Infrastruktur und die Natur, sondern hat auch spürbare Auswirkungen auf unser tägliches Leben.

Gut zu wissen!

Wenn Sie versiegelte Flächen auf Ihrem Grundstück verändern oder entsiegeln, informieren Sie uns bitte direkt nach der Umsetzung. So können Sie bereits ab dem ersten Monat von einer möglichen Gebührenersparnis profitieren. Bitte beachten Sie: Änderungen, die später gemeldet werden, können erst ab dem Folgemonat berücksichtigt werden.

Wir unterstützen Sie gerne schon bei der Planung – sprechen Sie uns einfach an!

Förderung nutzen: So sparen Sie bei der Flächenentsiegelung!

Über das Förderprogramm ELKA der Emschergenossenschaft können Sie einen Förderantrag stellen, wenn Ihr Grundstück im Fördergebiet liegt. Dazu zählt das gesamte Lüner Stadtgebiet.

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Wichtig: Das Projekt darf noch nicht begonnen worden sein, bevor der Förderantrag gestellt und bewilligt wurden.

Folgende Fördermöglichkeiten stehen Ihnen zum Beispiel zur Verfügung:

  • Flächenentsiegelung und Anlage wasserdurchlässige Flächen zur weiteren Nutzung, z. B. als Pkw-Stellplatz: Für diese Maßnahme beträgt die Förderung bis zu 70 % der Kosten – maximal 35 €/m². So können Sie befestigte Flächen nachhaltig umgestalten, ohne auf Funktionalität zu verzichten.
  • Flächenentsiegelung mit ökologischer Aufwertung, etwa als artenreiche, insektenfreundliche Vegetationsfläche: Hier beträgt die Förderung 80 %, maximal 40 €/m². Damit schaffen Sie wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Insekten – ein Beitrag zur Biodiversität direkt vor Ihrer Haustür.

Alle notwendigen Antragsformulare sowie eine Übersicht der erforderlichen Unterlagen finden Sie hier:
https://www.klima-werk.de/klimafoerderung/elka-emscher-lippe-klima-anpassung

Häufige Fragen zur Flächen­entsiegelung

Welche Flächen können entsiegelt werden?
Gehen Sie einmal über Ihr Grundstück und prüfen Sie, welche Flächen so befestigt sind, dass kostbares Regenwasser nicht im Boden versickern kann, sondern direkt in die Kanalisation abfließt. Oft betrifft das Eingangswege, Garageneinfahrten, Stellplätze oder die Dächer von Wohnhaus, Garage oder Gartenschuppen.

Wenn wir mehr Flächen entsiegeln, hat das signifikante Vorteile für die Umwelt.

  • Entlastung der Kanalisation: Regenwasser gelangt nicht mehr in die Abwasserleitung, sondern versickert vor Ort – das verringert die Belastung der Kläranlagen.
  • Stärkung des natürlichen Wasserkreislaufs: Das Regenwasser kommt dem Grundwasser, Pflanzen und kleinen Gewässern direkt zugute – die Natur bleibt lebendig.
  • Verbesserung des Mikroklimas: Wenn mehr Wasser verdunsten kann, wird die Luftfeuchtigkeit erhöht – das sorgt gerade im Sommer für ein angenehmeres, kühleres Klima im Garten und in der Umgebung.


Bereits heute ist es wichtig – und künftig noch mehr – Regenwasser auf dem eigenen Grundstück versickern zu lassen oder zu nutzen. Schon kleine Maßnahmen wie Rasengittersteine, wasserdurchlässiges Pflaster oder bepflanzte Flächen können viel bewirken.

Für entsiegelte Flächen zahlen Sie keine Niederschlagswassergebühren. Viele Maßnahmen lassen sich zudem einfach und ohne großen Aufwand umsetzen.
Ein Rechenbeispiel: Bei einer versiegelten, gebührenrelevanten Fläche z. B. einer Einfahrt von 50 m² zahlen Sie im Jahr zum Beispiel 1,32 €/m². Das entspricht einer Jahresgebühr von 66 €. Entsiegeln Sie diese Fläche, z. B. durch ein teildurchlässiges Pflaster, sparen Sie je nach Gefällesituation 80 bis 100 % der Niederschlagswassergebühren.

Jahresgebühr
Niederschlags­wassergebühr
versiegelt
50 m² x 1,32 €/m²= 66 € pro Jahr
teilversiegelt
Verminderung um 80 %
Ersparnis 52,80 €
unversiegelt
Verminderung um 100 %
Ersparnis 66 €
Jahresgebühr
versiegelt
teilversiegelt
unversiegelt
Niederschlags­wassergebühr
50 m² x 1,30 €/m²= 65 € pro Jahr
Verminderung um 80 %
Ersparnis 52 €
Verminderung um 100 %
Ersparnis 65 €

Möglichkeiten zum Entsiegeln von Flächen

Splittfugen­pflaster

Beim Splittfugenpflaster kann Regenwasser durch die breiten Fugen direkt in den Boden versickern. Die Fugen sind meist deutlich breiter als bei herkömmlichem Pflaster und mit Rasen, grobem Brechsand oder Splitt gefüllt. Dieses Pflaster ist besonders gut für Einfahrten oder befahrene Flächen geeignet.

Dieses Bild zeigt ein Splitfugenpflaster.

Porenpflaster

Porenpflastersteine (auch Sicker- oder Filtersteine genannt) sind wasserdurchlässig – und das durch integrierte Hohlräume. Sie eignen sich gut für Gehwege, Stellplätze oder Einfahrten. Durch ihren hohen Porenanteil sind sie nicht so belastbar wie andere Pflasterarten. Mit der Zeit können Schmutz und Sand in die Poren gelangen und sie zusetzen, wodurch weniger Wasser versickert. Dann sollten die Steine mit Spezialgeräten wie einem Kehrsauger oder einem Hochdruckreiniger mit Flachdüsen gereinigt werden.

Dieses Bild zeigt ein Porenpflaster.

Rasengitter­steine

Rasengittersteine gibt es aus Beton oder Kunststoff. Die großen, wabenförmigen Öffnungen werden mit Rasensaat, aber auch mit Splitt oder grobem Brechsand befüllt. Sie sind ideal für Parkplätze oder Einfahrten. Die Betonvarianten sind sehr stabil und können auch mit schweren Fahrzeugen befahren werden. Weil viel Fläche offen bleibt, kann Regenwasser gut versickern.

Kies- und Splittdecken

Eine Kieseinfahrt ist sehr kostengünstig und lässt Regenwasser gut versickern. Allerdings ist sie nicht so bequem zu begehen. Stabiler ist hier Brechkies, eine Mischung aus Splitt und Sand. Zur Verstärkung lassen sich sogenannte Wabenmatten verbauen. So verrutscht der Kies (gerade bei Gefälle) nicht und es bilden sich keine Spurrillen. Schnelles Anfahren sollten Sie auf diesem Boden generell vermeiden. Dadurch können Steine aufgewirbelt und der Autolack beschädigt werden.

Unterschiedliche Oberflächen und ihre Versickerungs­eigenschaften

Die nachfolgende Grafik zeigt, wie sich Regenwasser bei unterschiedlichen Oberflächen verhält. Regenwasser, das verdunsten oder versickern kann, kommt der Umwelt zugute. Es fallen zudem keine Niederschlagswassergebühren an. Regelwasser, das abfließt, wird in die Kanalisation geführt. Hier fallen entsprechend Gebühren an.

© Beton-Poetsch GmbH & Co. KG

Weitere Informationen zum Thema finden Sie im E-Paper des FBR hier.

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