SAL – Die Abwasserberater

Flächenentsiegelung

Wichtig für Boden und Grundwasser
Laut des statistischen Bundesamtes werden in Deutschland jeden Tag 660.000 m² versiegelt, das entspricht 27.500 m² in der Stunde oder 460 m² in einer Minute. Viel zu viel, angesichts der immer häufiger auftretenden Starkregenereignisse und der damit verbundenen Gefahr für Überschwemmungen und der häufiger auftretenden Trockenheit und dem damit verbundenen Rückgang des Grundwassers. Denn durch Versiegelung kann sich das Wasser erstens nicht mehr schadlos ausbreiten und zweitens nicht versickern. Somit sucht es sich andere Wege, die mit großen Schäden an unserer Infrastruktur verbunden sein können.

Was können Sie tun und welche Vorteile hat die Flächenentsiegelung?

Gehen Sie einmal über Ihr Grundstück und prüfen Sie, wie viele Flächen in einer Weise befestigt sind, dass kostbares Niederschlagswasser nicht versickern kann und deshalb in die Kanalisation abfließt. Sie werden feststellen, dass es sich um Eingangswege, Garageneinfahrten, Stellplätze, aber auch um die Dächer des Wohnhauses, von Garagen und Gartenschuppen handelt. Wenn das Niederschlagswasser von versiegelten und bebauten Flächen aus Siedlungsgebieten in die Kanalisation fließt, hat dies nachteilige Folgen:

  • Das Niederschlagswasser vermischt sich in der Kanalisation mit Schmutzwasser und muss in der Kläranlage mühsam und aufwändig wieder gereinigt werden.
  • Durch den schnellen Abfluss aus den Siedlungsgebieten steigt die Gefahr von Überschwemmungen. Zudem sind die Kanalnetze bei Starkregen oft überlastet.
  • Dem Natur- und Wasserhaushalt vor Ort fehlt das abgeflossene Niederschlagswasser. Betroffen sind insbesondere das Grundwasser und kleine Bäche. Regional kann es deshalb zu Schäden in der Vegetation kommen. Auch das Kleinklima wird negativ verändert, weil weniger Wasser verdunstet und die Luft somit trockener wird.
Es ist bereits heute von großer Bedeutung und wird in Zukunft noch wichtiger werden, Niederschlagswasser auch auf dem Grundstück versickern zu lassen oder selbst zu nutzen. Deshalb ist es wichtig, aktiv zu werden, zumal es sich in vielfacher Hinsicht, nicht zuletzt auch wirtschaftlich für Sie persönlich lohnt – denn Sie sparen Niederschlagswassergebühr für Flächen, die Sie entsiegeln ein. Zum Teil sind die notwendigen Maßnahmen zur Entsiegelung von Flächen und Versickerung von Niederschlagswasser sehr einfach durchzuführen.

Die nachfolgenden Bilder zeigen beispielhaft potenzielle Flächen zur Entsiegelung.

Beispiel:

Bei einer versiegelten, gebührenrelevanten Fläche z.B. einer Einfahrt von 50 m² zahlen Sie im Jahr 1,52 € / m². Das entspricht einer Jahresgebühr von 76 €. Entsiegeln Sie diese Fläche z.B. durch ein teildurchlässiges Pflaster oder sogar durch Rasengittersteine können Sie 80% einsparen oder sogar vollständig von der Gebühr befreit werden.
Jahresgebühr
versiegelt
teilversiegelt
unversiegelt
Niederschlags-
wasser-
gebühr
50 m² * 1,52 € / m² =
76 € pro Jahr
Verminderung
um 80%
Ersparnis 60,80 €
Verminderung um 100%
Ersparnis 76 €

Arten der durchlässigen oder teildurchlässigen Gestaltung von Flächen:

Rasen- oder Splittfugenpflaster:

Bei Splittfugenpflaster erfolgt die Versickerung des Niederschlagswassers über die Fugen in den Untergrund. Die Fugen sind in der Regel deutlich breiter als bei herkömmlichem Pflaster. Zudem werden die Fugen mit Rasen, grobem Brechsand oder Splitt gefüllt. Anwendung finden diese Steine häufig bei befahrenen Verkehrsflächen.

Porenpflaster:

Die auch als Porensteine, Filtersteine oder Sickersteine bezeichneten Porenpflaster sind Steine, welche durch ihre integrierten Hohlräume wasserdurchlässig sind. Geeignet sind diese Steine beispielsweise für Gehwege, Stellplätze oder Zufahrten. Durch den hohen Porenanteil sind die Steine jedoch nicht so stark belastbar wie Rasengittersteine oder Pflastersteine mit Fugenversickerung. Gelangt Schmutz und Sand in die Poren, nimmt die Versickerungsleistung mit der Zeit ab. Bei Starkregen fließt sehr viel Wasser bereits ab, bevor es versickern kann.

Rasengittersteine:

Rasengittersteine gibt es aus Beton oder Kunststoff. Die Waben werden mit Rasensaat, aber auch mit Splitt oder grobem Brechsand befüllt. Die Steine eignen sich weniger für Fußwege, sondern eher für Parkplätze oder Zufahrten. Elemente aus Beton sind sehr stabil und können auch mit schweren Fahrzeugen befahren werden. Durch den hohen Fugenanteil besitzen Rasengittersteine bzw. Pflastersteine mit Sickeröffnung eine hohe Versickerungsleistung.

Kies- und Splittdecken:

Eine Kieseinfahrt ist sehr kostengünstig und bietet eine hohe Versickerungsleistung. Allerdings ist solch eine Kies- oder Splittdecke nicht gut begehbar. Stabiler ist hier Brechkies – ein Gemisch aus Splitt und Sand. Zur Verstärkung lassen sich sogenannte Wabenmatten verbauen. Sie sind insbesondere bei Gefälle notwendig, damit der lose Kies nicht wegrutscht. Außerdem verhindern sie das Bilden von Fahrrinnen. Schnelles Anfahren sollte vermieden werden, sonst fliegt Kies und Splitt durch die Luft. Kratzer im Wagen sind die Folge.

Die nachfolgende Grafik zeigt, die unterschiedenen Eigenschaften der Oberflächen im Bezug auf die Verdunstung, den Oberflächenabfluss und der Versickerung.
Sollten Sie Änderungen an Ihren versiegelten Flächen durchführen wollen, dann teilen Sie uns diese Änderung unmittelbar nach der Durchführung mit, damit Sie vom ersten Monat an von der Gebührenersparnis profitieren. Gemeldete Änderungen können erst ab dem Folgemonat berücksichtigt werden. Gerne beraten wir Sie auch im Vorfeld bei der Planung von Flächenentsiegelungen. Sprechen Sie uns gerne an.
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